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IFS Food Version 6.1 - Dem Lebensmittelbetrug auf der Spur

IFS Food Version 6.1 - Dem Lebensmittelbetrug auf der Spur

28 Sep 2018

Für die zuverlässige Lebensmittelsicherheit in der Lieferkette geht der revidierte Standard IFS Food Version 6.1 speziell auf Lebensmittelbetrug ein. Sogenannter Food Fraud ist verbreiteter als man denkt. Jedes Produkt kann von Lebensmittelbetrug oder Falschdeklarierungen betroffen sein, z. B. Gewürzmischungen, die einfaches Laub enthalten oder angeblich hochwertige Fleisch-, Kaffee-, Milchprodukte oder Bio-Lebensmittel. Folglich sind die Authentizitätsprüfung und Analyse der Lieferantenkette zentrale Bausteine zur Feststellung der Lebensmittelsicherheit.

Neues Kapitel im Standard: Food Fraud

Mit weit verzweigten internationalen Lieferketten und der steigenden Anzahl von Produktneuheiten und Lebensmittelspezialitäten fordert der Einzelhandel von seinen Lieferanten zunehmend eine Zertifizierung nach IFS (International Featured Standard). Mit einer Auditierung nach IFS stellen Lebensmittelhersteller die definierte Lebensmittelqualität sicher.

Neu ist, dass mit der IFS Food Version 6.1 speziell das Kapitel „Food Fraud“ im Standard aufgenommen wurde. Die Revision der IFS FOOD Version 6.1 wurde im November 2017 veröffentlicht. Die neuen Regelungen sind seit 1. Juli 2018 verpflichtend anzuwenden.

System zur Früherkennung

Von einem gefälschten Lebensmittel muss nicht immer eine Gefahr für die Gesundheit ausgehen. So treten Lebensmittelfälschungen in vielen Varianten auf. Unter Food Fraud fällt gemäß Standard „das beabsichtigte und vorsätzliche Austauschen, Falschetikettieren, Verfälschen oder Nachmachen von Lebensmitteln, Rohwaren, Zutaten oder Verpackungen und dessen Inverkehrbringen mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns“.

Im Zertifizierungsaudit wird ein System erwartet, das auf einer gezielten Schwachstellenbewertung basiert und in einem Maßnahmenplan mündet, mit dem Ziel ein Risiko für Lebensmittelbetrug frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich sind sensible Produkte wie Rohwaren, Endprodukte, Verpackungen auch bei ausgelagerten Prozessen zu identifizieren und in den Maßnahmenplan zu integrieren. Allerdings ist bei steigendem Risiko der Maßnahmenplan mindestens jährlich zu überprüfen.

  • Die Schwachstellenbewertung umfasst die systematische, schriftliche Risikobewertung zur Identifikation möglicher Lebensmittelbetrugsaktivitäten in der Lieferkette (Rohmaterialien, Zutaten und Verpackungsmaterialien). Dazu zählen u.a.:
    • Identifikation möglicher Betrugsformen
    • Informationen über bekannt gewordene Betrugsfälle
    • Einschätzung der Komplexität der Lieferkette
  • Der Maßnahmenplan dient zur Lenkung der identifizierten Risiken und definiert als Kontrollplan die erforderlichen Maßnahmen und Überwachungen abhängig von:
    • Art des Lebensmittelbetrugs (Austausch, Falschetikettieren, Verfälschen oder Imitieren)
    • Untersuchungsmethoden
    • Art der Überwachung (Inspektion, Audit, Analytik, Produktzertifizierung)
    • Ursprung des Rohmaterials, der Zutaten oder der Verpackung

Praxistipp: Durch die individuelle, dokumentierte Schwachstellenbewertung und den Maßnahmenplan etablieren die Lebensmittelproduzenten ein verlässliches Schutzniveau zur Abwehr von Fälschungen. Dazu gehört eine Authentizitätsprüfung im Wareneingang zur genauen Identifikation der Produkte. Weil analytisch nur das gefunden werden kann, was einem bekannt ist, sollten Hersteller ihre Lieferkette genau unter die Lupe nehmen. Idealerweise tragen die Bereiche Einkauf, Produktion, QM und Marketing im Team sämtliche verfügbaren Marktinformationen über Produkte und Vorkommnisse zusammen und dokumentieren sie für die Schwachstellenbewertung. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die physischen Eigenschaften und den Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln und deren Zutaten gelegt werden. Denn Flüssigkeiten sind z. B. leichter zu verfälschen als feste Lebensmittel.

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