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Arbeit 4.0: „Kollege Roboter übernimmst Du?“

Arbeit 4.0: „Kollege Roboter übernimmst Du?“

09 Apr 2018

Wie sich die Industrie 4.0 auf die Arbeitswelt und das Arbeitssicherheitsmanagement auswirken wird, kann niemand vorhersagen. Zwar wird Kollege Roboter bestimmt nicht überall Teil der Belegschaft werden, doch eins ist klar: Beinahe jedes Unternehmen verfolgt Projekte zur Digitalisierung der eigenen Wertschöpfungskette.

Selbst vor wissensintensiven Dienstleistungen macht die Automatisierung nicht halt.  Bei der Bewältigung größerer Datenmengen ist der Computer auch den meisten Wissenschaftlern, Ärzten, Anwälten oder Ingenieuren in puncto Schnelligkeit und Richtigkeit haushoch überlegen. In Produktions- und Logistikprozessen  koordinieren intelligenten Maschinen selbstständig ganze Fertigungsprozesse: von der Entwicklung, über die Fertigung bis hin zur Nutzung und Wartung.

Zudem kommen vermehrt kollaborierende Roboteranlagen zum Einsatz. Folge: Die Interaktion zwischen den Beschäftigten und intelligenten Produktionsmaschinen gewinnt drastisch an Bedeutung. Damit rücken die Aufgaben von Roboter und Mensch enger zusammen. Was heißt all das für die Arbeitsformen zwischen Mensch und Maschine?

Chancen für die Arbeitssicherheit

Betrachtet man die Möglichkeiten der digitalen Fabrik nicht als Risiko, sondern mehr durch eine Innovationsbrille, entstehen für den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit beträchtliche Chancen. Maschinelle Autonomie kann in der Produktion entscheidend dazu beitragen, dass mit ergonomischen, altersgerechten Produktionsplätzen beispielsweise Überkopfarbeiten oder Zwangshaltungen vermieden werden.

Körperlich ungünstige Tätigkeiten können wesentlich schonender ausgeführt werden, wenn Kollege Roboter schwere oder gefährliche Bauteile direkt anreicht. Voraussetzung ist, dass Mensch und Maschine sich anhand von digital gesteuerten Zonen gefahrlos nähern können. DEKRA und Fraunhofer arbeiten an Arbeitsschutz-Konzepten für Industrie 4.0. 

In der Arbeitswelt von morgen entstehen zwischen Mensch und Maschine neue Beziehungen, nicht konkurrierend, sondern in erster Linie partnerschaftlich. Eine mit Sensoren ausgestattete Arbeitsbekleidung ist längst kein Science Fiction mehr.

ISO 45001 gibt den Rahmen für die neue Arbeitswelt

Auch wenn die Digitalisierung als vierte industrielle Revolution tief in die Produktionsweisen einwirkt, nach wie vor steht der Mensch im Zentrum. Die Anforderungen an die Arbeitssicherheit müssen weiterhin sichergestellt sein. Einen geeigneten Handlungsrahmen bietet die ab März 2018 geltende Norm ISO 45001. Mit ihr geht der moderne Arbeitsschutz längst über die primäre Unfallvermeidung weit hinaus und verfolgt einen umfassenden präventiven Ansatz. Er nimmt sämtliche Risiken in den Blick, die arbeitsbedingte körperliche Beschwerden bis hin zur Arbeits- oder Berufsunfähigkeit zur Folge haben können. Hierzu zählen genauso Aspekte der Arbeitssicherheit in den betrieblichen Prozessen wie stressbedingte Faktoren in der Organisation, die psychische Erkrankungen auslösen können.

Fazit

Als einziger international unabhängiger Standard legt die ISO 45001 die modernen Anforderungen an ein betriebliches Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem fest. Mit ihrem risikobasierten Ansatz bereitet die Norm so auch den Boden für sichere und gesunde Arbeitsplätze im digitalen Zeitalter.